Ein paar Gedanken zum anstehenden Parteitag und der Wahl zum Parteivorsitz:

1. Wir haben drei qualifizierte und motivierte Kandidaten. Das ist grundsätzlich gut für die innerparteiliche Demokratie und spricht für eine aktive und authentische Diskussionskultur.
 
2. Bei fast allen meinen Gesprächen mit Mitgliedern und Mandatsträgern der CDU in meinem Wahlkreis habe ich eine tief sitzende Unzufriedenheit mit der Entwicklung unserer Partei in den letzten Jahren festgestellt. Das ist eine Tatsache, an der ich nicht vorbeikomme und die ich natürlich berücksichtigen muss. Das zeigt sich auch in den Umfragen - wir haben seit dem Sommer 2015 rund 15 Prozent Zustimmung eingebüßt und das kann nicht so weitergehen.
 
3. Ich finde die Auseinandersetzung um die Kandidaten zunehmend schwierig. Friedrich Merz und Jens Spahn sind aufrechte Christdemokraten, die mit ihren Argumenten absolut legitime Punkte ansprechen. Jetzt auf beide loszugehen, sei es wegen des beruflichen Erfolges oder des Lebensalters halte ich für unfair und verfehlt.
 
4. Jedes Argument gegen Merz und Spahn beinhaltet den Vorwurf, mit beiden wäre ein "echter Neuanfang" nicht möglich, den wir aber bräuchten. Diese Einschätzung kommt meist von jenen, die bis vor wenigen Wochen überhaupt keine Notwendigkeit für einen neuen Anfang sahen und meinten, wir hätten nichts falsch gemacht.
 
5. Nach meiner festen persönlichen Überzeugung brauchen wir eine Rückkehr zur Realpolitik. Wir müssen uns den Herausforderungen unserer Zeit stellen und dürfen nicht glauben, dass moralische Überheblichkeit und schöne Worte genügen, unser Land in die Zukunft zu führen.
 
Mit diesen Gedanken mache ich mich auf den Weg und hoffe auf eine faire und auf Fakten basierende Diskussion und Wahl zum Parteivorsitz.

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