Sollen "Berufsverbrecher" und "Asoziale" als NS-Opfergruppe anerkannt werden?

 Morgen früh um 1:50 Uhr soll ich meine nächste Rede halten. Thema: Anerkennung von "Berufsverbrechern" und "Asozialen" als NS-Opfergruppe.
 
 

 Klar ist: Niemand hat zu Recht in einem KZ gesessen. Darüber sind sich meine Fraktion und die Antragsteller einig.

 
Der Antrag der Grünen fordert jedoch die Bundesregierung auf, "sich für die Aufnahme der Opfergruppen der sogenannten Berufsverbrecher und Asozialen in die offizielle Erinnerungskultur einzusetzen". Leider zeugt diese Forderung von einem falschen Verständnis der Rolle der Bundesregierung im Rahmen der Erinnerungskultur und wird deshalb meine Zustimmung nicht finden.
 
Denn: eine "offizielle Linie", die von der Regierung vorgegeben oder angeordnet würde, gibt es nicht und kann es nicht geben. Sämtliche staatlich geförderten Gedenkstätten schließen keine Opfergruppen aus, sondern gedenken aller Opfer nationalsozialistischer Verbrechen. Das ist im Übrigen spätestens seit den 1980er Jahren in der Bundesrepublik Konsens.

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